Tanya Akhmetgalieva

geboren 1983 in Kemerowo (Sibirien). Hat an der Staatlichen Akademie für Kunst und Design und am Istitut PRO Arte in St. Petersburg studiert. Beschäftigt sich mit Installationen, Malerei, Objekten und sucht nach Möglichkeiten der Kombination. Wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. 2015 mit dem Sergei Kurjochin-Preis in der Kategorie »Werk der visuellen Kunst«. Akhmetgalieva lebt und arbeitet in Moskau und St. Petersburg. 


Mascha Alechina

geboren 1988 in Moskau. War aktives Mitglied von Pussy Riot und wurde nach dem Punk-Gebet in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zusammen mit Nadja Tolokonnikowa zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Bis zu ihrer Festnahme studierte sie Journalismus und kreatives Schreiben in Moskau. Die Inhaftierung verbrachte Alechina in den Strafkolonien von Beresniki und Nischni Nowgorod. Seit ihrer Freilassung ist sie vor allem als politische Aktivistin auch im Theaterbereich tätig, u.a. ist sie Mitbegründerin des Online-Portals Mediazona. 2014 wurde ihr gemeinsam mit Juri Andruchwytsch und Nadja Tolokonnikowa der Hannah Arendt-Preis verliehen.


Ira Emets

geboren 1979 in Kostroma. Ist mit der Fotokamera groß geworden. Hat Dokumentarfotografie und Fotojournalismus in St. Petersburg studiert. Mit ihren Fotos versucht sie Geschichten zu erzählen, in letzter Zeit von Menschen, hauptsächlich Frauen, mit schweren Schicksalen.


georgi2.jpg

Georgi Gurjanow

geboren 1961 in Leningrad. War Schlagzeuger der legendären sowjetischen Undergroundbands Kino und Pop-Mechanik. Seit Ende der 80er Jahre widmete er sich der Malerei und war als Künstler Mitglied der von Timur Nowikow gegründeten Neuen Akademie allerlei Künste. Wie kaum ein anderer russischer Künstler hat er dabei ein Körperideal visualisiert und im Kontext mit den Sportlern der Antike sowie den eisigen Helden vieldeutige Kunstwerke geschaffen. Gurjanow starb 2013 nach langer Krankheit in St. Petersburg. 


Alexander Kosolapov

geboren 1943 in Moskau. Studium an der Moskauer Hochschule für industrielle Kunst (Stroganov-Kunsthochschule). Er gehört zu den Vertretern der Soz Art. 1975 Emigration in die USA. 1982 im Rechtsstreit mit Coca-Cola. 2003 zerstörten orthodoxe Extremisten seine Arbeit This ist my blood in der Ausstellung Vorsicht, Religion! Die Arbeit Kaviar-Ikone wurde 2005 während einer laufenden Gruppenausstellung in der Tretjakow-Galerie nach Beschwerden von religiösen Vertretern entfernt; bis heute ist die Arbeit in Russland verboten. Kosolapov lebt und arbeitet in New York.


loskutov.png

Artem Loskutov

geboren 1986 in Nowosibirsk. 2009 absolvierte er die Fakultät für Physik und Ingenieurwissenschaften der Staatlichen Technischen Universität Novosibirsk. Am 1. Mai 2004 veranstaltete er gemeinsam mit der von ihm gegründeten Gruppe CAT (Contemporary Art Terrorism) die erste Monstration in Nowosibirsk. Nach dem Zerfall von CAT gründete er 2007 die Gruppe Kiss my Ba, bei der er bis 2014 Mitglied war. Seit 2012 ist er Mitglied der Arbeitsgruppe MediaImpact Festivals of Activist Art. 2010 wurde er in Russland mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Loskutov lebt und arbeitet in Moskau und Nowosibirsk.


Pjotr Pawlenski

geboren 1984 in Leningrad (dem heutigen St. Petersburg). Aktionskünstler, Redakteur der Online-Zeitschrift für Zeitgenössische Kunst Politische Propaganda. Studium der monumentalen Malerei an der Hochschule für Werkkunst in St. Petersburg. Mit seinen Aktionen  Naht (2012)Kadaver (2013)Fixierung (2013)Freiheit (2014)Abtrennung (2014) hat Pjotr Pawlenski die russische Kunst der letzten Jahre geprägt. Für seine Aktion Bedrohung (2015) zündete er die Tür des russischen Geheimdienstes an. 


Pasha 183

geboren 1983 in Moskau. War ein russischer Streetart-Künstler. Mit seinen Graffitis und Installationen an öffentlichen Orten hat er immer wieder neue Sichtweisen geschaffen. Er arbeitete auch als Restaurator und Bühnenbildner. Ebenso wie Banksy, mit dem er in Russland oft verglichen wird, bemühte sich P-183 seine Identität bis zu seinem Tod im Jahr 2013 geheim zu halten.


Pavel Pepperstein

geboren 1966 in Moskau. Künstler, Literat, Filmemacher und Kunstkritiker. Studium an der Akademie der schönen Künste in Prag. Gehörte zum engen Kreis der Moskauer Konzeptualisten. 1987 gründete er in Moskau die Künstlergruppe Inspektion Medizinische Hermeneutik. Er ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungsbände u.a. des zweibändigen Kultromans Die mythogene Liebe der Kasten (Bd. 1 zusammen mit Sergej Anufriev); zuletzt 2011 die Novelle Prager Nacht. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen gezeigt. 2009 hat er Russland auf der Biennale von Venedig mit dem Projekt Landscapes of the Future vertreten. Pepperstein lebt und arbeitet in Moskau.


prigov_autor.png

Dmitri Prigov

geboren 1940 in Moskau. Ausbildung als Bildhauer am Stroganow-Kunstinstitut. Arbeitete zunächst als Bildhauer und schrieb seit 1971 Gedichte. Neben zahlreichen Gedichtbänden verschiedene Arbeiten im Bereich der visuellen Poesie, poetische Objekte, Poeme, Dramen. 1987 nahm Prigov an der Documenta 8 in Kassel teil. 1989 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Struve Gallery in Chicago und in der St. Louis Gallery of Contemporary Art. 1990 erhielt er ein DAAD-Stipendium für einen einjährigen Aufenthalt in Berlin, während dem er das Werk Poet ohne Persönlichkeit verfasste. Prigov starb 2007.


ivan.jpg

Ivan Razumov

geboren 1972 in Moskau, wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Ausbildung als Zeichner an der Staatlichen Surikov-Akademie der Künste. In Russland ist er vor allem für seine Karikaturen und grafischen Arbeiten bekannt, die seinen Status als »den schärfsten Bleistift beider Hauptstädte« rechtfertigen. Er illustrierte bereits Bücher zahlreicher Autoren u.a. von Majakowski, Puschkin und Pepperstein sowie wissenschaftliche und pädagogische Literatur. Razumov lebt und arbeitet in Moskau und St. Petersburg.


Yaroslav Schwarzstein

geboren 1975 in Tula. Grafiker, Maler und Musiker. Neben den Zeichnungen zu Vladimir Sorokins Pferdesuppe entwickelte er auch andere Bildzyklen zu Novellen und Erzählungen Sorokins. 2013 entstand die gemeinsame Arbeit mit dem Autor Das Buch des Opritschnik. Schwarzstein lebt und arbeitet in Hannover. 


lisa_schmitz.png

Lisa Schmitz

geboren 1952 in Bonn. Studierte Bildhauerei und Kunsterziehung an der Kunstakademie Münster und der HdK Berlin. Seit 1995 arbeitet Lisa Schmitz an Fotoserien und Installationen, die in privaten und öffentlichen Bibliotheken entstehen; u.a. Forschungszentrum Jülich, Vilém Flusser Archiv Köln. Sie hatte zahlreiche Fellowships u.a. vom Fraunhofer Institut, Villa Aurora Fellowship Los Angeles, Künstlerförderung des Landes Berlin. Sie lebt und arbeitet in Berlin.


Vladimir Sorokin

geboren 1955 in Bykovo, bei Moskau. Er gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Nach seinem Ingenieurstudium arbeitete Sorokin zuerst als Buchillustrator, bevor er Mitte der siebziger Jahre erste literarische Anerkennung erfuhr. Bekannt wurde er mit Romanen wie Marinas dreißigste Liebe, Die Herzen der Vier, Die Schlange oder Der himmelblaue Speck, für den er im Jahr 2002 in Russland wegen Pornografie angeklagt wurde. Bis heute ist er einer der schärfsten Kritiker der politischen Machtsysteme Russlands und sieht sich regelmäßig Angriffen regimetreuer Gruppen ausgesetzt. Sorokin lebt und arbeitet in Moskau und Berlin.